Den Mutigen gehört die Welt

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Es gibt Momente im Leben, die ziehen einen regelrecht den Boden unter den Füßen weg. Man verliert oft nicht nur sprichwörtlich den Halt. In solchen Momenten ist es gut, wenn man zumindest unbewusst weiß, dass man noch auf der Erde steht, auch wenn der Untergrund uneben, holprig, steinig ist. Am Wochenende war ich diesem Gefühl sehr nahe.

Zwei Kolleginnen erzählten mir von einem Kletterkurs auf der Riegersburg – ich war übermütig, meinte, das würde ich auch gerne probieren und drei Tage später stand ich “am Abgrund”. Es war mir klar, dass es nicht leicht werden würde, aber dass ich dann beim Einstieg so bewegungslos werden würde, damit habe ich nicht gerechnet. “Hinter dir gehts abwärts und vorwärts steil bergauf” wird im “Watzmann” gesungen. Oh ja – auf der Riegersburg ist das auch so. Ich klammerte mich an das Seil und unzählig viele Fragen sausten durch meinen Kopf: Halten die Verankerungen, das Seil, die Sicherungen, die Karbiner, meine Arme, meine Beine, die Schuhsohlen…? Vertrauen. Mein Stichwort. Vertrauen in das Material, den Trainer und vor allem das Vertrauen in mich.

Ich war kurz davor, schon nach 3 Metern aufzugeben.

Durchatmen. Die Aussicht genießen über die Steiermark, die sich unter meinen Füßen von wohl einer ihrer schönsten Seite zeigte. Durchatmen. Weitergehen.

Ich habe es geschafft – und das Gefühl, dass ich beim Ausstieg hatte, kann ich nicht in Worte fassen. Das Wort, dass es wohl am besten beschreiben würde, wäre eine Mischung aus Dankbarkeit, Freude, Stolz – Daneudolz – oder so 🙂

Dieser Sonntag zeigte mir einmal mehr, wie hilfreich und gut es ist, zu vertrauen. Vertauen in die eigenen Fähigkeiten, in die Fähigkeiten anderer – auch wenn es Fremde sind – und Vertrauen in die Technik.

Wie heißt es doch so schön: Den Mutigen gehört die Welt! Dazu gehört auch der Mut, so zu sein, wie man ist. Der Mut, das zu tun, was gut tut. Der Mut auszusprechen, was man sich wünscht. Der Mut, um Hilfe zu bitten. Der Mut zu helfen. Der Mut, authentisch zu sein. Der Mut, andere genau so anzunehmen wie sie sind (auch wenn andere Menschen vielleicht andere Meinungen vertreten). Der Mut, einen Schritt vor den anderen zu setzen, auch wenn man den Tritt unter einem Felsvorsprung vielleicht nicht gleich sieht. Der Mut, den Weg weiter zu gehen, wenn ihn vorher noch niemand gegangen ist. Der Mut, JA zum Leben zu sagen. Zusammengefasst ist es der Mut, zu lieben – frei von Ängsten, Vorurteilen oder Erwartungen. Der Mut, sich um Felsen zu schwingen, um festzustellen, dass die Aussicht auf der anderen Seite des Steines vielleicht noch schöner ist.

Ich wünsche uns eine mutige und vor allem Wunder-volle Zeit!

*m

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