ErLeben, ÜberLeben, AbLeben – über kurz oder lang: Leben

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Vor wenigen Minuten (also gegen 17.30 Uhr) bin ich von der Arbeit nach Hause gekommen. Kaum steig ich aus dem Auto aus, erwischt mich das Nachbarskind (7, gerade die 1. Klasse Volksschule erfolgreich abgeschlossen): “Wo warst du?” Ich: “Arbeiten.” Sie: “Und danach?” Ich: “Jetzt bin ich da.” Sie: “Und dazwischen?” Ich: “War ich im Auto auf dem Weg hierher.” Sie (erstaunt): “So lang musst du arbeiten?”

“So lang” muss ich arbeiten – von Früh bis Spät. Nicht ungewöhnlich für die meisten Menschen die ich kenne. “So lang” hatte ich auch heute keine Zeit für mein Leben, sondern nur für das des Unternehmens – und ich stelle mittlerweile ernsthaft in Frage, ob das auf Dauer klug ist. Eine durchaus legitime Frage, finde ich (falls mein Chef das jetzt liest :)).

Es gibt Bücher, die darüber berichten, was Menschen, die wissen, dass sie nicht mehr lange zu leben haben, bereuen. Dabei geht es dann darum, nicht so gelebt zu haben, wie man wollte oder zu wenig Mut aufgebracht zu haben, um Träumen in Angrif zu nehmen, oder schlicht einfach darum, sich zu wenig Zeit für Familie, Freunde und sich selbst gegönnt zu haben.

Am Ende des Lebens, wie wir es als Menschen kennen, steht niemand mit deinem Kontoauszug und drückt dir die Summe des erarbeiteten Geldes in die Hand. Am Ende des Daseins auf der Erde klopft dir wahrscheinlich keiner auf die Schulter und sagt: “Toll, du hast jedes Monat “freiwillig” zahlreiche Überstunden gleistet!” Wenn wir unsere irdischen Augen für immer schließen, dann zählen die schönen Erinnerungen, die unsere Augen zu Lebzeiten zum Strahlen gebracht haben.

In der Zwischenzeit frage ich mich, ob es besser ist, zu wissen, dass man nur noch wenige Wochen oder Monate zu leben hat – oder ob es besser ist, in Unwissenheit zu leben/zu sterben? Die einzige Antwort, die mir momentan darauf einfällt: Völlig egal. Wichtig ist, DASS man LEBT. Weil jeder von uns weiß, dass das Menschenleben zeitlich begrenzt ist und niemand genau weiß, wann dieses Limit erreicht ist.

Ich arbeite gerne – Schreiben, texten, reden sind meine Lieblingstalente – auch mal mehr als 40 Stunden pro Woche. Aber wäre es nicht sinnvoller für mein Leben, wenn ich mir die Zeit zum Arbeiten selbst einteilen könnte? Wenn ich an einem Sommertag wie heute, einfach um 13 Uhr den Hut draufhauen könnte und dafür am Abend etwas einarbeiten könnte oder morgen, wenn’s regnet…

Eines ist klar: Ich will vor meinem Ableben (wann immer das auch sein mag), noch vieles er- und überleben.

Ich wünsche uns – über kurz oder lang – ein Wunder-volles LEBEN!

*m

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