Rom(antike) Gedanken

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Rom(antik) – da kommt wieder die Wortakrobatin in mir zum Einsatz 🙂 Rom, Stadt der Antike. RomAntik kommt vor allem bei jenen auf, die Rom nicht allein besuchen. Für Solo-Reisende wie mich, bleibt Rom einfach antik. 🙂
Einerseits reihen sich Zeugen längst vergangener Zeiten ganz nah aneinander, um dann nahtlos in modernere Bauten überzugehen. Rom ist faszinierend. Mein Besuch bestätigt den Wunsch, den ich seit zehn Jahren in mir getragen hatte. Einmal, mindestens, die Ewige Stadt sehen, fühlen, erfassen, irgendwie begreifen.
Als einer von geschätzten 3 Millionen Touristen 😉 eroberte auch ich die Stadt mit einem Hop-on-Hop-off-Bus. Vorbei an den geschichtsträchtigen Werken, fast immer begleitet von waghalsigen Motoradrömern und schnurstracks zu den Best-of-Sehenswürdigkeiten. Einen Stöpsel im Ohr, der mir auf Kanal 5 in sehr gelangweiltem Deutsch erklärte, was ich gerade gesehen haben sollte.
Dabei wird vor allem darauf geachtet, den Menschen mitzuteilen, wie viele von uns wann und warum (oder auch nicht) gestorben sind oder getötet wurden. Mein Herz ist bei allen Milliarden von Herzen, die hier in Rom geschlagen haben und noch schlagen. Unfassbar viele Menschenhände waren und sind daran beteiligt, diese beeindruckenden Bauwerke entstehen und bestehen zu lassen. Ihnen wird kein Wort im Audioguide gewidmet. Am Kolosseum dachte ich nicht an die Kämpfe, die dort zur “Belustigung” von 70.000 (!) Zusehern abgehalten wurden. Ich dachte an Tausende, die das Kolosseum Stein für Stein errichtet haben. Und jene, die es jetzt sorgfältig und schadlos sanieren. Unbeschreiblich großartig.
Der Trevibrunnen wird zur Zeit ebenfalls saniert. Eine schmale Brücke führt mitten durch die Baustelle, alle Brunnenteile sind mit Planen verdeckt, kein Wasser ist im Becken und dennoch stehen die Touristen Schlange vor der Baustellenbrücke. Ein Provisorium – Babyplanschbecken aus Stein, mit einem Plakat dahinter – dient zurzeit vor der Baustelle als Münzfang. Und ja, auch ich habe dort eine Münze über meine Schulter geworfen. 😉
Was mir an Rom bis jetzt am besten gefällt? Die schmalen Gassen, über denen typischerweise Wäscheleinen gespannt sind. Die Kellner, die sich als Sprachjongleure beweisen und vereinzelt entzückende italienische Lieder singen, während sie russischen zwei Anfangzwanzigern Champagner, zwei Vorspeisen und drei Hauptspeisen servieren 😉 Die Statuen, die Zeugen von so manchem Touristenschauspiel sein dürfen und dennoch anmutig über die Stadt blicken. Der Petersdom, der das Wort Stolz als Gebäude wohl am ehesten beschreibt. Und das Gefühl, das man hat, wenn man entlang des Tiberflusses spaziert – eine Schwerelosigkeit zwischen Moderne und Antike – mit dem Ziel, das das Herz auch ohne Straßenkarte gefunden hat, die Engelsburg. Da kommt dann doch auch für mich Romantik auf und Vorfreude auf meinen nächsten, tatsächlich romantischen Besuch in der Ewigen Stadt.
Grazie Roma.

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