Mein 7. Mama-Monat

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In sieben Monaten hab ich mich wirklich mehr als einmal (pro Tag) gefragt, was bin ich für eine Mama? Welche Mama möchte ich sein? Was erwarte ich von mir? Was erwarte ich mir von anderen im Umgang mit unserem Knopfilein? Was wünsche ich mir für das kleine Wunder, das jeden Tag so bereichert?

Und ja – meine Ansprüche würden manche als eher höher einstufen. Allerdings nur im Vergleich zu den Erziehungssystemen und -methoden, wie sie für vergangene Generationen “üblich” waren.

Am häufigsten hörte ich in den vergangen 7 Monaten die Frage: Schläft er schon durch? Als Variante gilt auch: Und, schläft er gut? Meine Antwort auf Frage 1: Ja – maximal 3 Stunden am Stück und das selten, aber die durch. Und er hat diese langen Schlafphasen von Anfang an nachts, was mir sehr entgegen kommt 🙂 Antwort auf Frage 2: Klar, vor allem, weil er bei uns im Bett schlafen darf. 🙂

Ja – es ist anstrengend. Und ja, manchmal wünschte ich mir, einfach nur schlafen zu dürfen. Dann hilft es, mir vor Augen zu halten, wie kurz die Zeit mit dem kleinen Butziwutzi im Endeffekt ist. Hey – jetzt sind schon 7 Monate vorbei – einfach so. Bald wird er die Schule/Lehre was auch immer abschließen und ausziehen – AH! 😉

Ich erwarte mir deshalb vom Knopferl nicht, dass er schon durchschläft. Ich erwarte mir, dass er glücklich und zufrieden ist. Dass er schlafen kann, wenn er müde ist, dass er zu essen bekommt, wenn er hungrig ist, dass er trinken darf, wenn der Durst ruft und dass er Zeit hat, die Welt zu entdecken. Dass er weiß, dass wir immer für ihn da sein werden. Dass er sich entwicklen darf – Schicht für Schicht, Schritt für Schritt.

Deshalb möchte ich zB auch nicht, dass man mein Kind auf den Boden setzt – solange er es noch nicht kann. Gestützt mit Polstern, Decken und Luftpolsterfolie könnte er schon sitzen, aber was bringt es ihm, wenn er nicht weiß, wie er aus dieser Situatioin wieder heraus kommt, ohne umzufallen? Einen tollen Vergleich dazu, habe ich diese Woche gelesen: Ein Marathonläufer startet ja auch nicht mit 40 km in Bestzeit im ersten Training, oder?

Erwachsene erwarten von Babies oft so viel. Selbst gibt man sich zB ein halbes Jahr Lauftraining für einen kleinen Wettbewerb oder ein paar Monate für das Auffrischen von Sprachkenntnissen (Hausnummern), aber ein BABY soll schon nach dem ersten Jahr (in dem es so viel gelernt hat, wie wahrscheinlich nie mehr im Leben) sitzen, stehen, laufen, sprechen, mit Besteck essen und allein aufs Klo gehen können? 🙂 Leute!

Wie auch immer. Wir machen es wie Pippi Langstrumpf – wie es uns gefällt 🙂

Wir stillen nach wie vor. 6 Monate hatte ich mir zum Ziel gesetzt – mittlerweile sind es 7, obwohl ich bei 3-4 zwischendurch aufgeben wollte… 🙂 Wir setzen das einfach fort, solange es uns beiden gut damit geht.

Also kurzum – Knöpfchen darf alles und das noch dazu in seinem Tempo 🙂 Er hat innerhalb von 4 Tagen das Krabbeln perfektioniert, ist auf den Geschmack von Gemüse und Obst gekommen, weiß sich zu helfen, wenn er sich verschluckt und ist sowieso und überhaupt unser Held und Sonnenschein mit 2 Zähnchen 🙂 Genau so eine Mama möchte ich sein – eine, die sich ins Kind hinein versetzen kann, die versucht, die Wunder des Lebens gemeinsam mit ihm neu zu entdecken, die genauso beschützt, wie Freiraum schafft. Eine, die sich “nur” erwartet, dass die Menschen, die Theo nahe stehen, das genau so sehen und mich in meiner Mama-Rolle stärken. So können wir – wie schon mal erwähnt – mit Theo gemeinsam den Hafen bauen, in den er immer wieder gerne zurück kommt  und von dem aus er sein Abenteuer Leben startet.

Es geht dann sowieso alles viel schneller, als es Mama lieb ist 🙂

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Mein 6. Mama-Monat

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Ein ganzes halbes Jahr – hurra, wir leben noch! 🙂 Ich hatte ja duraus Momente des Zweifels… Diese sind verfolgen. Wahrscheilich wurde ihnen bei Knopfis Drehungen am Boden zu schwindlig und so haben sich die Zweifel auf und davon gemacht. Gut so. Ihr könnt bleiben, wo ihr jetzt seid. Wir bleiben hier und lieben das Familienleben.

Das Knöpfchen kann sich wie gesagt perfekt vom Rücken auf den Bauch und etwas zögerlich, aber doch, wieder zurück drehen. Der erste Zahl ist mittlerweile schon ungefähr 3 Millimeter “alt” und der zweite rückt – etwa 2 Millimeter “jünger” – nach. In diesem Monat hat das kleine, zuckersüße Kerlchen auch seine noch zuckersüßeren Füßchen entdeckt und lässt sie kaum mehr los. Wenn er die Füße noch hält, halten sie übrigens nie still 🙂

Und die Mama? Die ist mittlerweile entspannt. Zwar nicht was jedes Thema angeht – aber so grundsätzlich. Ich bleib ruhig, wenns Knopferl mal unruhiger ist und ich such den Fehler dann nicht mehr bei mir. Babies dürfen auch unzufrieden sein – ohne dass Mama schuld ist. 😉 Schließlich kann man als Mama viel falsch machen. Aber auch sehr viel richtig. Viel mehr richtig, hab ich in den vergangenen 6 Monaten festgestellt. Richtig ist nämlich alles, was sich gut mit dem Bauchgefühl für Mama und Baby verträgt. Und hat man das Vertrauen in sich mal gefunden, gehts schon viel leichter.

Ein Thema bei dem man es entweder falsch oder nicht richtig machen kann – wie beim Stillen – ist Beikost. Allgemeine Verunsicherung Dank Werbung, Kinderärzten, Hausärzten, Hebammen, Kinderlosen, Mehrfacheltern – von allen Seiten. Jeder macht es anders und doch ist nichts für jeden. Wie jeder Fingerabdruck ist jedes Kind anders – mancher früher und mancher später bereit für eine neue Geschmacksvielfalt. Also gibt es kein Flasch – sondern nur ein Richtig für die jeweilige Familie. Für uns war es richtig, Theo mal Kartoffel probieren zu lassen – er war überrascht von dem Geschmack und der Konsistenz, das war ein Spaß. Selbstverständlich gab es mehr Kartoffel auf der Kleidung, den Händen, dem Tisch und dem Boden als im Bauch – aber genau das ist meiner Meinung nach ja der Sinn von Beikost 😉 Wir machen aus dem Essen kein Stressthema, schon gar nicht solange die gute Mumi schmeckt und reichlich vorhanden ist 🙂

Was ist noch passiert im Monat 6? Wir haben JA gesagt!!! Mama und Papa sind jetzt nicht mehr “nur” Mama und Papa, Mensch, Bruder, Schwester, Sohn, Tochter, Enkeltochter, Enkelsohn, Neffe oder Nichte – sondern auch Mann und Frau und das vor dem Gesetz 🙂 Am 4. Juni trauten wir uns vor den Standesbeamten und durften mit unseren Liebsten Familien und Freunden einen neuen Lebensabschnitt – verheiratet – beschreiten. Der Riemerhaufen hat jetzt offiziell eine Riemerin mehr 😉 Und Knopfi war Dank Supertante Kerstin einer der wohl gemütlichsten Hochzeitsgäste aller Zeiten!

Voller Vorfreude also rein in den 7. Mama-Monat 🙂

Wunder-volle Zeit!

Mein 5. Mama-Monat

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Spät, aber doch. Ich hab mir einfach vorher keine Zeit für den Blog genommen 🙂

Nach 5 Monaten kann ich endlich ehrlich und guten Gewissens sagen: ich bin gerne MAMA! Das war vorher nicht so einfach für mich – gibts eh nachzulesen, muss ich jetzt nicht noch einmal durchkauen wie alten Kaugummi 😉

Jetzt ist es so, wie ich es mir vorgestellt hatte: ich schmelze dahin beim Anblick meines schlafenden Söhnchens, ich blödel mit ihm herum und genieße sein glucksendes Lachen, wir wickeln und stillen (noch immer seeeehr oft :)) und der Himmel hängt voller Babygeigen 🙂 Wir waren auch schon einmal allein in Kärnten *woohooo*, gehen einkaufen, spazieren – hey, wir haben anscheined ein “normales” Leben! 😀 Endlich!

Theo greift mittlerweile beherzt zu – egal, ob es sich um Spielsachen, Kleidung, Haare oder Tischtücher handelt 😀 Er kann sich perfekt und mühelos seit ca. einem Monat vom Rücken auf den Bauch drehen und das erste Zähnchen ist schon durchgebrochen. Der hat im wahrsten Sinne des Wortes, einen Zahn drauf, der kleine Knopf 🙂

Und es ist jetzt auch so, dass ich mich tatsächlich wieder nach Aufgaben sehne, die nichts mit “Tutzitutzi” und “hui, hast du eine volle Windel” zu tun haben. Anfangs mit schlechtem Gewissen, mittlerweile nicht mehr – ich bin zwar Mama, aber immer noch Mensch mit eigenen Bedürfnissen, die es auch zu erfüllen gilt 🙂 Happy Mum, Happy Baby!

Und falls Schwangere einen Tipp von mir möchten: schlaft. Ja – das sagen viele “schlaft um euer Leben” 😀 Aber so meine ich das mittlerweile nicht mehr. Schlaft und genießt diesen Schlaf – egal, wie lange er dauert. Genießt jedes 10-Minuten-Nickerchen und jeden 8-10-Stunden-Nachtschlaf. Einfach weil schlafen so schön ist und weil Schlaf ab der Geburt bissl ins Hintertreffen gerät/geraten kann 🙂

Genießen ist überhaupt ein “Allheilmittel” – egal, in welcher Situation, Single, Paar, Eltern, Großeltern, kinderlos oder 5-Fach-Mama – genießt so viel ihr könnt. Auch wenn es immer nur ein paar Sekunden für euch sind. 1 Minute Genuss besiegt 60 Stress-Sekunden 🙂

So – die Windel ist voll 😀 Weiter geht das Mama-Sein – ein Hochgenuss!

Vom Wunder-Körper

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Für mich waren die ersten Wochen und Monate mit dem kleinen, bezaubernden, wundervollen und absolut gewünschten Knopfi kein einfacher Mama-Spaziergang. Obwohl ich es mir so vorgestellt hätte. Nie im Leben hätte ich vor der Geburt von mir gedacht, ich würde in tiefe Zweifel-Furchen stolpern oder mich vor Angst-Schatten verstecken. Ich bin mit dem Gefühl “Wir machen das locker, schaffen andere doch auch” bin ich in die Schwangerschaft gegangen. Kaum war Knopfi wirklich begreifbar – war diese Sicherheit futsch. Als wurde getauscht – statt Baby, war nun ein mulmiges Gefühl im Bauch. Und das Baby auf dem Arm konnte dieses Gefühl fürs Erste nicht aufwiegen.

Ich war angespannt, fix und fertig vom Schlafmangel und vollkommen aus der Verankerung meiner Welt gerissen, mit dem Gefühl, meine Welt verloren zu haben. Diese Spannung spürte natrülich nicht nur ich, sondern auch mein liebster Bald-Göttergatte – und Knopfi sowieso. Gratuliere. So ist also Mama-Sein? Unentspannt, geladen, ständig auf der Hut vor irgendwelchen Sorgen?

Von der Seele schreiben hilft mir schon seit ich schreiben kann. Auch diesmal haben die Buchstaben ihre Wirkung gezeigt – kaum waren die Worte schwarz auf weiß zu lesen, fühlte es sich nicht mehr so fesselnd an. Und ich habe gelernt, Hilfe anzunehmen und um Hilfe zu bitten (und ich arbeite weiter daran :))

Meine Welt ist auf den Kopf gestellt – das Beste daran ist aber die Erkenntnis, dass es noch immer meine Welt ist, halt anders herum und ergänzt um ein wundervolles Wesen, das jeden Morgen zu einem noch größeren Geschenk für uns macht. Sowohl das Baby, als auch das mulmige Gefühl sind jetzt aus dem Bauch draussen. Manchmal fühlt sich das nicht mehr wirklich vorhandene Schwangerschaftsbäuchlein etwas leer. “Als wäre nichts passiert” – meinte die Frauenärztin beim Blick auf meine Gebärmutter. Doch es ist etwas passiert! Ganz tief drinnen – in jeder einzelnen Zelle.

Das es so aussieht, als wäre nichts passiert – schließlich passen auch wieder uralte Hosen ;))) – zeigt mir einmal mehr, wie großartig der menschliche Körper ist. Wie Wunder-voll unser Leben tagtäglich ist, ohne, dass wir großartig etwas dafür tun müssen. Es fängt beim Atmen an und hört – wie bei mir im Moment – bei der Rückbildung nach einer Geburt auf. Mein Körper und ich – wir sind bereit für jedes neue Wunder, das auf uns zukommt. Bereit für jeden Atemzug und für jede Entdeckung, die wir nun gemeinsam mit Theo machen dürfen. Bereit, das was war tatsächlich hinter uns zu lassen und im Hier und Jetzt für die Zukunft zu leben.

Wunder-Körper – ich danke dir! Jeden Tag und jetzt noch viel lieber, weil du uns dieses Geschenk gemacht hast!

Mein 4. Mama-Monat

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Ein Monat der Berg- und Talfahrten… Doch am Ende lernt man, dass sowohl die Höhe, als auch die Tiefe ihre Vorteile haben – von der grandiosen Aussicht bis zum schattigen Erholungsplätzchen. Es war ein Monat mit vielen (emotionalen) Herausforderungen für mein Mama-Ich – und jetzt? Bin ich stärker, sicherer und noch verliebter in mein kleines Knopfi.

4 Monate ist es her. Vor 4 Monaten im Kreißsaal wunderte ich mich noch über die Hebamme und ihre Verbundenheit zu ihrem Handy… (andere Geschichte, die ich so nicht wieder erleben möchte) Vor 4 Monaten passierte uns das größte Glück. Irgendwie einfach so. Und ich fühle mich täglich sooooo reich beschenkt von diesem wundervollen Leben!

4 Monate stillen – zum Teil ohne Ende 🙂 aber dadurch mit ganz viel Mama-Knopfi-Zeit (ist jetzt im Rückblick leichter so zu betrachten :)). 4 Monate zueinander finden und es wird von Tag zu Tag näher. 4 Monate und jeder Tag beginnt – oft zwar schon weit vor 6 Uhr – aber immer mit dem schönsten Lächeln der Welt.

Und weiter geht das Abenteuer und wir freuen uns darauf, die Welt weiterhin wieder vollkommen neu zu entdecken!

Mehr Mut(ter)!

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Ich habe gesucht, aber ihn noch nicht gefunden, den Beweis – dafür, dass das Wort Mutter mit dem Wort Mut quasi seelenverwandt ist. Es kann aber gar nicht anders sein. Mütter sind Mut auf zwei Beinen (mit zwei Beinchen, zwei Ärchmen, Bäuchlein, Herzlein, Gesichtchen usw auf dem Arm… :)).

Dieses Gefühl – mutig zu sein – hatte ich vor der Schwangerschaft ehrlich gesagt nicht. Doch kaum war das Wunder auf der Welt – hatte ich Angst. Angst, ihn fallen zu lassen, nicht satt zu bekommen, nicht ausreichend zu fördern und und und. Was fehlte mir? Mut. Doch in den “dunkelsten” Stunden meiner mütterlichen Verzweiflung, als ich euch mein Leidenslied vorgesungen habe, tat sich die Tür zum Mut auf. Vielen Dank an alle, die sich – auf welche Art auch immer – gekümmert haben. Einige dankten mir für meinen Mut, so ehrlich zu sein. Ich mutig? Blödsinn. War mein erster Gedanke. Alles andere als mutig war ich beim Schreiben. Eher das Gegenteil und völlig verloren.

Jetzt ist die Mut-Tür geöffnet und immer häufiger wage ich es, die Tür weiter zu öffnen, oder sogar einen Schritt dorthin zu wagen, wo sie hin führt. Ins Ungewisse. Ok. 🙂 Aber ein schönes Ungewisses – weil ich dort mit dem Baby all die wundervollen Dinge entdecken kann, die das Leben bietet. Weil ich dort dem kleinen Wunder alle anderen Wunder zeigen kann und mir von ihm zeigen lassen kann. Der Weg vom Mut zur wahrhaften durchunddurch Mutter ist geebnet. 🙂

Den Mutigen gehört die Welt!

Danke an die Wegweiser

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Die vergangenen Tage waren nicht einfach für mich/uns. Ich war am Boden – alles fühlte sich gaaaanz weit unten an. Heute ist der Kopf auch noch ganz schwer. Ich war ganz weit weg aus meiner Mitte und noch weiter weg von einem Hochgefühl. Ich hab euch um Tipps und Tricks für die “schlaflosen Monate” mit Baby gebeten und viele haben mit mir ihre Erfahrungen geteilt. Ich danke euch von Herzen dafür!

Und eines ist mir heute Nacht klar geworden – auch wenn ich noch so viele Tipps und Erfahrungswerte sammle (die wirklich wichtig sind), ich kann nur auf unserem Weg weiter kommen. Danke an alle Wegweiser, die uns zeigen, welche Strecke wir für uns ausprobieren könnten, auch wenn sie vielleicht schon bald wieder zu einer Gabelung führt und wir uns neu entscheiden müssen. Danke für das Aufzeigen von Wegen, die vielleicht holprig sind, aber am Ende doch zu neuen Möglichkeiten führen. Danke für jeden, der eine Labestation auf unserem Weg für uns ist!

Unser Weg – der von Theo, seinem Papa und mir – wird erst seit gut 3 Monaten gegangen. Da kann es gar nicht nur bergab, mit Rückenwind und gerade aus gehen. Wir sind erst dabei, uns zu finden und dazu das passende Schuhwerk und Kleidung und Verpflegung. Ich kann nicht zwei Schritte vor dem ersten machen, das wurde mir jetzt auch wieder ganz klar. Danke allen, die mir einen Schubs gegeben haben. Ein Schritt nach dem anderen und manchmal über Stock und Stein oder auch vorbei an tiefen Schluchten, hoch hinauf bis zum Gipfel mit perfekter Aussicht und wieder hinunter in ein Tal, in dem vielleicht alles blüht und sich ein Fluss duchschlängelt. Wenn ich die Situation annehme, dann ist es sowohl am Gipfel, als auch im Tal ein guter Weg, den wir zu Dritt gehen.

Darum machen wir heute wieder einen kleinen Schritt –  mit 4 Fußabdrücken, denn Theo wird noch sicher in unseren Armen getragen. Doch schon bald kommen 2 Mini-Füßchen auch am Boden an und können mit uns gehen, mal voraus und mal hinterher – aber immer gemeinsam. Unseren Weg.

Und wir werden diesen Weg nicht alleine gehen. Ich werde Reiseleiter brauchen, oder eine Touristeninfo, eine Landkarte, ein Navigationssystem oder einfach mal einen Rastplatz und ich danke schon jetzt allen, die unsere Wegbegleiter – egal wie weit, egal wohin –  sind und sein werden.

Ausgebrannt – wo ist mein Feuer?

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Ich sitze im Wohnzimmer auf der Couch mit ungewaschenen und unfrisierten Haaren, die Zähne sind geputzt und ich habe halbwegs saubere Klamotten an. Außerdem konnte ich mir etwas zu Mittag kochen. Ein guter Tag. Söhnchen liegt auf mir, deshalb schreibe mit einer Hand.

Es gab also schon schlechtere Tage. Viele. Von denen hab ich aber kaum jemandem etwas erzählt – der Schein soll ja gewahrt werden. Ein Leben mit Baby ist etwas Wundervolles. Mamas strahlen und schaffen alles. Das wird einem zumindest von außen über Jahre und Jahrzehnte, während der Schwangerschaft und auch im Wochenbett oft vermittelt. Vor allem die Sätze: “Mamas schaffen alles!” und “Es wird besser.” haben sich in mein Hirn gebrannt und mich selbst ausgebrannt. Vom Feuer der Hormone nach der Geburt, blieben nur noch eine Glut und duuuunkle Ringe unter den Augen von den schlaflosen Nächten.

“Mamas schaffen alles!”

Kommt darauf an, wie man “alles” definiert. Alles ist für mich momentan ein sattes, zufriedenes Kind, eine angezogene Mama, ein mehr oder weniger Stolperfallen freier Haushalt und 1,5 Stunden Schlaf am Stück. Das schaff ich alles und bin stolz darauf.

“Es wird besser”

Angeblich. Sagen tun es viele. Besser wird es trotzdem – für mich – erst, wenn ich mein früheres Ich ausblende, die Situation annehme  und endlich andere um Hilfe bitte. Jeder, der den Satz sagt, meint es gut – ab und zu würden Taten sich aber besser anfühlen, als Worte, die alles und nichts bedeuten können.

In den vergangenen 3 Monaten überrollten mich viele Gefühle. Pure Freude bis pure Verzweiflung. Ohne meinen Schatz wäre ich wahrscheinlich zusammengebrochen – ausgebrannt, weil ich alles richtig und es allen Recht machen wollte. Nur mich habe ich nicht mehr gesehen. Ausgelöscht. Nur noch Still-, Wickel- und Animations-Mensch. Nicht mal das Mama-Gefühl war immer da. Traurig. Wenig Besuch. Wenig Ausflüge, weil der Kleine im Moment nicht gerne Auto fährt. Gefangen im neuen Leben und jeder erwartet, dass man glücklich damit ist. Bin ich auch. Aber öfter bin ich einfach nur fertig und gehe um 19 Uhr schlafen. Und trotzdem sind die Tage (und Nächte)  laaaang. Theo, mein Bald-Mann und meine Familie halten mich aufrecht. Ich danke euch dafür!

Momentan fühle ich mich wie Glut, die darauf wartet, dass das Feuer wieder entfacht wird. Gestern gab es den ersten Luftstoß, den ich dafür brauche. Ich will wieder Feuer fangen für dieses neue Leben, das ich habe – jetzt geht es darum, meinen Weg zu finden. In Richtung Happy-Mum und weg vom Baby-Blues und der postpartalen Depri-Stimmung. Auf ins wahre Mama-Glück!

Mein 3. Mama-Monat

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Wie war das? Wenn man zu arbeiten beginnt, weiß man erst, wie angenehm die Schulzeit war… Wenn man Mama wird, weiß man, wie angenehm so ein 10-Stunden-Büro-Tag war 😀 Ich habe geahnt, dass es anstrengend wird, sich 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche und 365 (heuer sogar 366) Tage im Jahr um einen anderen Menschen zu kümmern. Vor allem wenn dieses Menschlein gerade erst dabei ist, anzukommen – in dieser Welt, in der man so viel lernen muss (trinken, verdauen, schlafen, lächeln, greifen…Liste unendlich fortsetzbar). Aber ganz ehrlich – es ist mehr als anstrengend! Der kleine Kerl “saugt” mich im wahrsten Sinne des Wortes aus. Wir stillen mind. 18 Mal am Tag – 8-12 Mal wurde mir vorab als “empfehlenswert” und “normal” erklärt. Naja – der Bedarf unseres kleinen Schluckspechts ist anscheinend größer. Beinahe stündlich als Labestation zu dienen und in keiner Nacht mehr als 1,5 Stunden am Stück schlafen zu dürfen, zehrt wirklich. Es ist mit keiner jugendlich durchzechten Nacht zu vergleichen – vor allem fällt das Ausschlafen danach weg… 😉 O-Ton aller anderen, fortgeschrittenen Mamas: Es wird besser! (Euer Wort in Theos und Gottes Ohr :))

Doch jedes entzückende Lächeln entschädigt auf so vielfache Weise! Jedes Strahlen in den Augen macht die 6 Mal unterbrochene Nacht wieder zur Nebensache und weckt die müden Geister. Jede neue Fertigkeit erfüllt mich mit Stolz, das ich es gar nicht in Worte fassen kann – gestern hat er tatsächlich mutiwillig auf ein Spielzeug geschlagen!!! 😀 Großartig! Jedes, momentan sinnlos erscheinende, Gebrabbel wird zur schönsten Unterhaltung, die man je geführt hat. Und schließlich ertappt man sich dabei, wie man selbst versucht, so tolle Spuckeblasen auf die Lippe zu zaubern – und scheitert, aber amüsiert sich bestens. Mit der Zeit entwicklet man ein großzügiges Wurstigkeitsgefühl hinsichtlich des Haushalts und schraubt jeden Anspruch an saubere Kleidung herunter. Was, das Shirt hat nur einen Spuckefleck? Jawohl, anziehen! 🙂 Es gibt so viel Wichtigeres: den Duft von Theos Haaren, seine bezaubernden Schmatzlaute, sein unbändiger Drang, alles zu entdecken und zu erobern, sein strahlendes und zahnloses Babylächeln (das übrigens bei Mama und Papa echt anders aussieht, als bei anderen Personen – das rührt mich jedes Mal bis tief ins Herz), …

Mein inneres Kind freut sich sehr über den Spielkameraden, der vor 3 Monaten bei uns eingezogen ist und ich bin mir sicher, dass die beiden noch jede Menge Spaß haben werden – und ich mitten drin – herrlich!

Wer noch nicht hat: Gönn deinem inneren Kind täglich Auslauf 😉 und genieß diese Wunder-volle Zeit!

Spontangeburt? Stillen auch noch?!

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Ja – und wenn ich wieder zum ersten Mal schwanger sein würde – ich würde es wieder so machen. Ich gebe zu, dass ich das Schwanger-sein nicht dauernd als superschön empfunden habe. Es war nicht lustig, mit dem Auto am Straßenrand anzuhalten, weil sich mein Magen “umgedreht” hat. Es war auch nicht angenehm, kein einziges Stockwerk ohne Sehnsucht nach einer Sauerstoffmaske zu schaffen. Und es war kein Zuckerschlecken schon Monate vor der Geburt keine Nacht mehr durchzuschlafen, weil man ständig beim “Umwuchten” der Kugel aufwacht. Natürlich bereue ich nichts, schon gar nicht, wenn ich das kleine Wunder hier zufrieden lächelnd beim Schlafen beobachten darf. 🙂

Auch die Entbindung war kein Sonntagspaziergang. 1. war es an einem Samstag 😉 und 2. geht dabei jede Frau tatsächlich und wortwörtlich an ihre Grenzen. Trotzdem würde ich wieder spontant entbinden wollen – vor allem, wenn es keine medizinische Indikation für eine Sectio gibt. Es ist toll, dass es diese Möglichkeit gibt – für Mama und Kind – aber es heißt nicht umsonst “Natürliche Geburt”. Die Natur hat es vorgesehen, dass es klappt. Der Köper von Frau und Kind sind so perfekt aufeinander abgestimmt – darauf darf man vertrauen. Auch wenn es unter den Wehen schwer fällt 🙂

Und auch noch stillen – länger als die empfohlenen 6 Monate? JA mit 3 Ausrufezeichen!!! Denn auch das hat die Natur sowas von perfekt eingerichtet, dass ich wirklich nur im Notfall Fläschen kochen, waschen, auskochen, mitnehmen, kochen, waschen, auskochen… möchte. Ok, es ist nicht von Anfang an dieses “wundervolle, nährende und Nähe bringende” Erlebnis – weil es weh tut, bis sich der Körper darauf eingestellt hat, weil das kleine Wesen fordert was es braucht und frau dafür 24 Stunden am Tag parat stehen, sitzen oder liegen muss und weil noch so viele Ammenmärchen rund ums Stillen kursieren, die einen verunsichern. Ich bin soooooo dankbar, dass es für unsere Generation bestens ausgebildete und superliebe Stillberaterinnen (zb www.stillen.at oder www.lalecheliga.at oder auf Facebook die Stillecke und gsd schon mehrere virtuelle Stillgruppen) gibt.

Liebe Mit-Mamas und Bald-Mamas und schon Mehrfach-Mamas – ihr – nein WIR sind alle großartig, die Natur hat uns mit sooooo viel Wunder ausgestattet! Wir können Leben schaffen – natürlich auch Dank der Männer an unserer Seite – und wir können Leben erhalten, unsere Kinder ernähren mit Muttermilch und Mutterliebe! Das einzige, was wir dafür brauchen, ist im Grunde das Vertrauen in uns und unsere naturgegebenen Fähigkeiten!

Vertraut auf euch – ihr Wunder-vollen Wesen!