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Muttertag, das zweite Mal

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Muttertag, das zweite Mal

Wie aufregend es ist, das erste Mal. Der erste Schultag, die erste Autofahrt mit eigenem Führerschein, der erste Kuss – das erste Kind, dessen zig erste Male – ein Wow-Moment folgt auf den anderen. Oft verliert man den Blick dafür, weil einfach soooo viel zum ersten Mal passiert. Was, wenn der Zauber beim zweiten Mal gar nicht verloren geht?

So geschehen gestern, Muttertag. Im Grunde lief der Start ins Wochenende eher ungeplant, inkl. Röntgen und Krücken und einem verletzten Waden-Muskel meinerseits. Wie war das mit Ent-lasten? 😉 Alle, mir zur Verfügung stehenden Mittel habe ich eingesetzt, damit es rasch zu wahren Fortschritten kommt. Tools von Access, Engelhilfe mithilfe der Karten von Ingrid Auer, Aura Soma Pomander in vielen Farben, Globuli und Ruhe. Siehe da – die Summe hat zum Ergebnis, dass ich heute schon wieder ohne Krücken humpeln kann. 😀 Yey! Und die Prophezeiung der UKH-Ärztin: “Das kann 4-6 Wochen dauern und weh tun.” widerlege ich – spätestens am Wochenende kann ich wieder tanzen wie ein kleines Regenbogenpony! 🙂 Dazu beigetragen hat auch der Muttertag – um den Kreis wieder zu schließen.

Morgens um 6 ist Tagwache mit dem süßen Knopf, auf Krücken vom Bett zur Couch – der Göttergatte beschloss frisches Gebäck zu holen und ich war, naja, eher schwach motiviert. Dann kam mein Lieblingsmann heim, holte flüsternd den kleinen Sohnemann zu sich und gemeinsam – begleitet von Theos lautem Schmatzen – überreichten sie mir das soooo sehnlich gewünschte Briocheherz 🙂 #schmacht, da kommen gleich wieder ein paar Tränchen hoch. Der zweite Muttertag – mindestens so bezaubernd wie es der erste war, aber mit einer ganz neuen Magie.

Was lerne ich daraus – nichts mehr abzuwerten, nur weil das erste Mal schon vorbei ist. Welch großartiges Geschenk sind denn erst die Wiederholungen von Wunder-vollen Momenten?!

In diesem Sinne – bleib Wunder-voll!

Mein 9. Mama-Monat

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Manchmal wünsche ich mir, die ersten Wochen nach Knopfis Geburt noch einmal zu erleben – und zwar mit dem Gefühl und der Freude, die ich jetzt spüre. Im Rückspiegel betrachtet, liegt über den ersten Wochen ein dunkler Schatten und das ist so schade, weil das kleine Knöpfchen seit 9 Monaten so viel Sonnenschein in unser Leben zaubert.

Er krabbelt jetzt nicht nur wie ein Weltmeister, er zieht sich auch überall weltmeisterlich hoch und – das Beste – er hat innerhalb von 4 Tagen gelernt, wie er aus dem Stand wieder in die Knie kommt. Außerdem sitzt er seit ein paar Tagen freihändig – mein Mama-Herz wird immer größer und stolzer.

Es ist so wundervoll, beobachten und lernen zu dürfen – von diesem kleinen Wunderwesen. Man spürt einfach, dass er den Satz “das geht aber nicht” einfach nicht kennt. Und ich bemühe mich täglich, diesen Satz nicht auszusprechen – auch wenn ich mich öfters dabei ertappe, ihn zu denken (“oh oh, jetzt bis du unter dem Tisch, da kommst du jetzt allein nicht wieder raus…” – IRRTUM, er schafft es, fast immer). Also, was habe ich mir vorgenommen: “Das geht aber nicht” wird gestrichen. Alles was ich mir vorstellen kann, geht – sonst wäre die Vorstellungskraft sinnlos und das wollen wir mal gar nicht 🙂

Die Begeisterung mit der Knopfi die Welt entdeckt ist so ansteckend. Ich will, wie er, am liebsten jeden Tag Neues lernen/verstehen/wissen/kennenlernen/lieben lernen. Und alles mit meinem breitesten Lächeln willkommen heißen. Denn genau so funktionert LEBEN. Es wurde uns mit der Zeit abtrainiert – entweder schon in der frühkindlichen Erziehung oder spätestens in der Schule. Begeisterungsfähigkeit sollte ein eigenes Fach auf dem Stundenplan sein. Der Mensch ist nicht dazu geboren, um zu funktionieren – sondern um zu leben, zu genießen, sich zu freuen, anderen eine Freude zu bereiten und zu bereichern, glücklich zu sein.

Knöpfchen ist dabei genau das zu perfektionieren und ich werde mich hüten, ihm dabei im Weg zu stehen. Im Gegenteil – ich freue mich irrsinnig darauf, Hand in Hand mit ihm im Regen zu tanzen, Sonnenstrahlen einzufangen und Schmetterlinge oder Käfer zu beobachten! Ich wünsche mir, dass er in uns Eltern Vorbilder sieht, an deren Seite er gerne jeden Tag aufs Neue begrüßt. Ein Leben vorleben, dass nach allen Regeln der Kunst gut tut. Ich wünsche mir, dass wir Eltern sind, die ihn reich beschenken – mit Geschenken, von denen man nie genug haben kann: Liebe, Zeit, Respekt, Ehrlichkeit, Gelassenheit, Spaß, Authentizität, Ausgeglichenheit, Freundlichkeit, Güte, Achtsamkeit und Freundschaft.

In diesem Sinne wünsche ich uns eine Wunder-volle Zeit – im Mama-Monat 10! (zweistellig… ich fasse es nicht :))

Mein 7. Mama-Monat

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In sieben Monaten hab ich mich wirklich mehr als einmal (pro Tag) gefragt, was bin ich für eine Mama? Welche Mama möchte ich sein? Was erwarte ich von mir? Was erwarte ich mir von anderen im Umgang mit unserem Knopfilein? Was wünsche ich mir für das kleine Wunder, das jeden Tag so bereichert?

Und ja – meine Ansprüche würden manche als eher höher einstufen. Allerdings nur im Vergleich zu den Erziehungssystemen und -methoden, wie sie für vergangene Generationen “üblich” waren.

Am häufigsten hörte ich in den vergangen 7 Monaten die Frage: Schläft er schon durch? Als Variante gilt auch: Und, schläft er gut? Meine Antwort auf Frage 1: Ja – maximal 3 Stunden am Stück und das selten, aber die durch. Und er hat diese langen Schlafphasen von Anfang an nachts, was mir sehr entgegen kommt 🙂 Antwort auf Frage 2: Klar, vor allem, weil er bei uns im Bett schlafen darf. 🙂

Ja – es ist anstrengend. Und ja, manchmal wünschte ich mir, einfach nur schlafen zu dürfen. Dann hilft es, mir vor Augen zu halten, wie kurz die Zeit mit dem kleinen Butziwutzi im Endeffekt ist. Hey – jetzt sind schon 7 Monate vorbei – einfach so. Bald wird er die Schule/Lehre was auch immer abschließen und ausziehen – AH! 😉

Ich erwarte mir deshalb vom Knopferl nicht, dass er schon durchschläft. Ich erwarte mir, dass er glücklich und zufrieden ist. Dass er schlafen kann, wenn er müde ist, dass er zu essen bekommt, wenn er hungrig ist, dass er trinken darf, wenn der Durst ruft und dass er Zeit hat, die Welt zu entdecken. Dass er weiß, dass wir immer für ihn da sein werden. Dass er sich entwicklen darf – Schicht für Schicht, Schritt für Schritt.

Deshalb möchte ich zB auch nicht, dass man mein Kind auf den Boden setzt – solange er es noch nicht kann. Gestützt mit Polstern, Decken und Luftpolsterfolie könnte er schon sitzen, aber was bringt es ihm, wenn er nicht weiß, wie er aus dieser Situatioin wieder heraus kommt, ohne umzufallen? Einen tollen Vergleich dazu, habe ich diese Woche gelesen: Ein Marathonläufer startet ja auch nicht mit 40 km in Bestzeit im ersten Training, oder?

Erwachsene erwarten von Babies oft so viel. Selbst gibt man sich zB ein halbes Jahr Lauftraining für einen kleinen Wettbewerb oder ein paar Monate für das Auffrischen von Sprachkenntnissen (Hausnummern), aber ein BABY soll schon nach dem ersten Jahr (in dem es so viel gelernt hat, wie wahrscheinlich nie mehr im Leben) sitzen, stehen, laufen, sprechen, mit Besteck essen und allein aufs Klo gehen können? 🙂 Leute!

Wie auch immer. Wir machen es wie Pippi Langstrumpf – wie es uns gefällt 🙂

Wir stillen nach wie vor. 6 Monate hatte ich mir zum Ziel gesetzt – mittlerweile sind es 7, obwohl ich bei 3-4 zwischendurch aufgeben wollte… 🙂 Wir setzen das einfach fort, solange es uns beiden gut damit geht.

Also kurzum – Knöpfchen darf alles und das noch dazu in seinem Tempo 🙂 Er hat innerhalb von 4 Tagen das Krabbeln perfektioniert, ist auf den Geschmack von Gemüse und Obst gekommen, weiß sich zu helfen, wenn er sich verschluckt und ist sowieso und überhaupt unser Held und Sonnenschein mit 2 Zähnchen 🙂 Genau so eine Mama möchte ich sein – eine, die sich ins Kind hinein versetzen kann, die versucht, die Wunder des Lebens gemeinsam mit ihm neu zu entdecken, die genauso beschützt, wie Freiraum schafft. Eine, die sich “nur” erwartet, dass die Menschen, die Theo nahe stehen, das genau so sehen und mich in meiner Mama-Rolle stärken. So können wir – wie schon mal erwähnt – mit Theo gemeinsam den Hafen bauen, in den er immer wieder gerne zurück kommt  und von dem aus er sein Abenteuer Leben startet.

Es geht dann sowieso alles viel schneller, als es Mama lieb ist 🙂

Mein 6. Mama-Monat

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Ein ganzes halbes Jahr – hurra, wir leben noch! 🙂 Ich hatte ja duraus Momente des Zweifels… Diese sind verfolgen. Wahrscheilich wurde ihnen bei Knopfis Drehungen am Boden zu schwindlig und so haben sich die Zweifel auf und davon gemacht. Gut so. Ihr könnt bleiben, wo ihr jetzt seid. Wir bleiben hier und lieben das Familienleben.

Das Knöpfchen kann sich wie gesagt perfekt vom Rücken auf den Bauch und etwas zögerlich, aber doch, wieder zurück drehen. Der erste Zahl ist mittlerweile schon ungefähr 3 Millimeter “alt” und der zweite rückt – etwa 2 Millimeter “jünger” – nach. In diesem Monat hat das kleine, zuckersüße Kerlchen auch seine noch zuckersüßeren Füßchen entdeckt und lässt sie kaum mehr los. Wenn er die Füße noch hält, halten sie übrigens nie still 🙂

Und die Mama? Die ist mittlerweile entspannt. Zwar nicht was jedes Thema angeht – aber so grundsätzlich. Ich bleib ruhig, wenns Knopferl mal unruhiger ist und ich such den Fehler dann nicht mehr bei mir. Babies dürfen auch unzufrieden sein – ohne dass Mama schuld ist. 😉 Schließlich kann man als Mama viel falsch machen. Aber auch sehr viel richtig. Viel mehr richtig, hab ich in den vergangenen 6 Monaten festgestellt. Richtig ist nämlich alles, was sich gut mit dem Bauchgefühl für Mama und Baby verträgt. Und hat man das Vertrauen in sich mal gefunden, gehts schon viel leichter.

Ein Thema bei dem man es entweder falsch oder nicht richtig machen kann – wie beim Stillen – ist Beikost. Allgemeine Verunsicherung Dank Werbung, Kinderärzten, Hausärzten, Hebammen, Kinderlosen, Mehrfacheltern – von allen Seiten. Jeder macht es anders und doch ist nichts für jeden. Wie jeder Fingerabdruck ist jedes Kind anders – mancher früher und mancher später bereit für eine neue Geschmacksvielfalt. Also gibt es kein Flasch – sondern nur ein Richtig für die jeweilige Familie. Für uns war es richtig, Theo mal Kartoffel probieren zu lassen – er war überrascht von dem Geschmack und der Konsistenz, das war ein Spaß. Selbstverständlich gab es mehr Kartoffel auf der Kleidung, den Händen, dem Tisch und dem Boden als im Bauch – aber genau das ist meiner Meinung nach ja der Sinn von Beikost 😉 Wir machen aus dem Essen kein Stressthema, schon gar nicht solange die gute Mumi schmeckt und reichlich vorhanden ist 🙂

Was ist noch passiert im Monat 6? Wir haben JA gesagt!!! Mama und Papa sind jetzt nicht mehr “nur” Mama und Papa, Mensch, Bruder, Schwester, Sohn, Tochter, Enkeltochter, Enkelsohn, Neffe oder Nichte – sondern auch Mann und Frau und das vor dem Gesetz 🙂 Am 4. Juni trauten wir uns vor den Standesbeamten und durften mit unseren Liebsten Familien und Freunden einen neuen Lebensabschnitt – verheiratet – beschreiten. Der Riemerhaufen hat jetzt offiziell eine Riemerin mehr 😉 Und Knopfi war Dank Supertante Kerstin einer der wohl gemütlichsten Hochzeitsgäste aller Zeiten!

Voller Vorfreude also rein in den 7. Mama-Monat 🙂

Wunder-volle Zeit!

Vom Wunder-Körper

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Für mich waren die ersten Wochen und Monate mit dem kleinen, bezaubernden, wundervollen und absolut gewünschten Knopfi kein einfacher Mama-Spaziergang. Obwohl ich es mir so vorgestellt hätte. Nie im Leben hätte ich vor der Geburt von mir gedacht, ich würde in tiefe Zweifel-Furchen stolpern oder mich vor Angst-Schatten verstecken. Ich bin mit dem Gefühl “Wir machen das locker, schaffen andere doch auch” bin ich in die Schwangerschaft gegangen. Kaum war Knopfi wirklich begreifbar – war diese Sicherheit futsch. Als wurde getauscht – statt Baby, war nun ein mulmiges Gefühl im Bauch. Und das Baby auf dem Arm konnte dieses Gefühl fürs Erste nicht aufwiegen.

Ich war angespannt, fix und fertig vom Schlafmangel und vollkommen aus der Verankerung meiner Welt gerissen, mit dem Gefühl, meine Welt verloren zu haben. Diese Spannung spürte natrülich nicht nur ich, sondern auch mein liebster Bald-Göttergatte – und Knopfi sowieso. Gratuliere. So ist also Mama-Sein? Unentspannt, geladen, ständig auf der Hut vor irgendwelchen Sorgen?

Von der Seele schreiben hilft mir schon seit ich schreiben kann. Auch diesmal haben die Buchstaben ihre Wirkung gezeigt – kaum waren die Worte schwarz auf weiß zu lesen, fühlte es sich nicht mehr so fesselnd an. Und ich habe gelernt, Hilfe anzunehmen und um Hilfe zu bitten (und ich arbeite weiter daran :))

Meine Welt ist auf den Kopf gestellt – das Beste daran ist aber die Erkenntnis, dass es noch immer meine Welt ist, halt anders herum und ergänzt um ein wundervolles Wesen, das jeden Morgen zu einem noch größeren Geschenk für uns macht. Sowohl das Baby, als auch das mulmige Gefühl sind jetzt aus dem Bauch draussen. Manchmal fühlt sich das nicht mehr wirklich vorhandene Schwangerschaftsbäuchlein etwas leer. “Als wäre nichts passiert” – meinte die Frauenärztin beim Blick auf meine Gebärmutter. Doch es ist etwas passiert! Ganz tief drinnen – in jeder einzelnen Zelle.

Das es so aussieht, als wäre nichts passiert – schließlich passen auch wieder uralte Hosen ;))) – zeigt mir einmal mehr, wie großartig der menschliche Körper ist. Wie Wunder-voll unser Leben tagtäglich ist, ohne, dass wir großartig etwas dafür tun müssen. Es fängt beim Atmen an und hört – wie bei mir im Moment – bei der Rückbildung nach einer Geburt auf. Mein Körper und ich – wir sind bereit für jedes neue Wunder, das auf uns zukommt. Bereit für jeden Atemzug und für jede Entdeckung, die wir nun gemeinsam mit Theo machen dürfen. Bereit, das was war tatsächlich hinter uns zu lassen und im Hier und Jetzt für die Zukunft zu leben.

Wunder-Körper – ich danke dir! Jeden Tag und jetzt noch viel lieber, weil du uns dieses Geschenk gemacht hast!

Mein 3. Mama-Monat

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Wie war das? Wenn man zu arbeiten beginnt, weiß man erst, wie angenehm die Schulzeit war… Wenn man Mama wird, weiß man, wie angenehm so ein 10-Stunden-Büro-Tag war 😀 Ich habe geahnt, dass es anstrengend wird, sich 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche und 365 (heuer sogar 366) Tage im Jahr um einen anderen Menschen zu kümmern. Vor allem wenn dieses Menschlein gerade erst dabei ist, anzukommen – in dieser Welt, in der man so viel lernen muss (trinken, verdauen, schlafen, lächeln, greifen…Liste unendlich fortsetzbar). Aber ganz ehrlich – es ist mehr als anstrengend! Der kleine Kerl “saugt” mich im wahrsten Sinne des Wortes aus. Wir stillen mind. 18 Mal am Tag – 8-12 Mal wurde mir vorab als “empfehlenswert” und “normal” erklärt. Naja – der Bedarf unseres kleinen Schluckspechts ist anscheinend größer. Beinahe stündlich als Labestation zu dienen und in keiner Nacht mehr als 1,5 Stunden am Stück schlafen zu dürfen, zehrt wirklich. Es ist mit keiner jugendlich durchzechten Nacht zu vergleichen – vor allem fällt das Ausschlafen danach weg… 😉 O-Ton aller anderen, fortgeschrittenen Mamas: Es wird besser! (Euer Wort in Theos und Gottes Ohr :))

Doch jedes entzückende Lächeln entschädigt auf so vielfache Weise! Jedes Strahlen in den Augen macht die 6 Mal unterbrochene Nacht wieder zur Nebensache und weckt die müden Geister. Jede neue Fertigkeit erfüllt mich mit Stolz, das ich es gar nicht in Worte fassen kann – gestern hat er tatsächlich mutiwillig auf ein Spielzeug geschlagen!!! 😀 Großartig! Jedes, momentan sinnlos erscheinende, Gebrabbel wird zur schönsten Unterhaltung, die man je geführt hat. Und schließlich ertappt man sich dabei, wie man selbst versucht, so tolle Spuckeblasen auf die Lippe zu zaubern – und scheitert, aber amüsiert sich bestens. Mit der Zeit entwicklet man ein großzügiges Wurstigkeitsgefühl hinsichtlich des Haushalts und schraubt jeden Anspruch an saubere Kleidung herunter. Was, das Shirt hat nur einen Spuckefleck? Jawohl, anziehen! 🙂 Es gibt so viel Wichtigeres: den Duft von Theos Haaren, seine bezaubernden Schmatzlaute, sein unbändiger Drang, alles zu entdecken und zu erobern, sein strahlendes und zahnloses Babylächeln (das übrigens bei Mama und Papa echt anders aussieht, als bei anderen Personen – das rührt mich jedes Mal bis tief ins Herz), …

Mein inneres Kind freut sich sehr über den Spielkameraden, der vor 3 Monaten bei uns eingezogen ist und ich bin mir sicher, dass die beiden noch jede Menge Spaß haben werden – und ich mitten drin – herrlich!

Wer noch nicht hat: Gönn deinem inneren Kind täglich Auslauf 😉 und genieß diese Wunder-volle Zeit!

Mama-Sein: Wirklichkeit vs. Traum

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Immer wieder witzig, wie das Leben so spielt! 🙂 Einen Tag vorher schreibe ich mir noch meinen Frust von der Seele und schon ein paar Stunden später, beschenkt mich das kleine Leben in unserem Haus – mit seinem ersten bewussten Lächeln.

Mein Mutterherz spring noch heute vor Freude und singt Jubelgesänge. Das hätte ich mir in keinem Traum so vorgestellt – dieses Gefühl ist definitv unschlagbar und entschädigt für jede Minute geraubten Schlaf.

Seit gestern kann Theo quietschen vor Freude und sieht sich begeistert um – am besten gefallen ihm die Gesichter seiner Eltern, diese werden geradezu gescannt. Das widerum macht uns unvorstellbar glücklich und auch wir glucksen mit Theo mit. Verschwunden sind die Vorsätze von vor der Elternschaft: Wir werden nie in dieser anstrengenden Babysprache mit ihm sprechen – klar doch, aufwachen! Er freut sich so über sinnloses Gebrabbel und mal ehrlich, es kommt nicht auf den Inhalt, sondern auf die liebevolle Melodie an 🙂

Theos zweites Mama-Lächlen

Das erste Lächlen hab ich mit dem Herzen eingefangen – das zweite mit dem Handy 🙂

Ich wünsche euch eine Wunder-volle Zeit!

Mama-Sein: Traum vs. Wirklichkeit

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Als ich noch kein Kind hatte – also vor gar nicht allzu langer Zeit – habe ich mir das Mama-Sein richtig rosig vorgestellt. Der Alltag lief in meinen Träumen ungefähr so: Aufwachen, Baby stillen, wickeln, spielen, während das Baby schläft frühstücken und schnell das Nötigste aufräumen, wieder stillen, wickeln, bespaßen, den Schlaf wieder ausnutzen – zb Spaziergang und Einkauf, stillen, wickeln, genießen, Baby schläft, Abendessen, mit Schatz vor den TV kuscheln, nach 2-3 Stunden wieder stillen usw – dann bin ich aufgewacht.

Ich ziehe in großer Erfurcht meinen Hut vor Mehrfach-Mamas und Alleinerzieherinnen – wie macht ihr das bloß?! Duscht ihr mit Baby im Arm? 🙂

Es ist fast gar nichts so, wie ich es mir vorgestellt habe. Was toll ist, ist das Baby – sein entzückendes Wesen rettet ihm das Leben 😉 Er lässt mich doch immer wieder vergessen, was ich wieder nicht geschafft habe (duschen, Zähne putzen, aufräumen, kochen, essen, staubsaugen…). Dennoch – das Nicht-Schaffen frustriert mich ehrlich gesagt. Ich wollte keine gefrustete Mama sein. Ich wollte locker, fröhlich und vor allem gut organisiert sein. In den ersten 6 Wochen ist mir das selten gelungen.

Das Rezept, um wieder zur Zufriedenheit zu finden, ist aber im Grunde einfach: Sein lassen. Ich muss es sein lassen, zuviel von mir und vom Leben mit Theo zu erwarten. Ich darf Staub und dreckiges Geschirr mal sein lassen. Passiert ja nichts, wenn das alles mal liegen bleibt, oder?

Sein lassen – vor allem darf Theo SEIN. So wie er ist, mit all seinen Bedürfnissen, die es zu stillen (im wahrsten Sinne des Wortes) gibt. ER ist jetzt wichtiger als jeder Brösel und jeder Müllsack, der vl seit 2 Tagen schon in den Container fallen sollte. Ich bin Theos Insel, sein Universum (danke für den Vergleich, liebe Ingrid), auf der er lebt, die ihm Sicherheit, Nahrung, Geborgenheit und die Basis für alle Entdeckungen gibt. Bei mir und seinem Papa findet sein Leben statt. Wir sind sein Anker, sein doppelter Boden. Wir sind sein Zuhause, sein Ort der Geborgenheit und Liebe. Hier darf er SEIN – immer, überall und sowieso und überhaupt. Das ist eine große Verantwortung und eine Ehre – ich bin dankbar und stelle mich der Herausforderung.

Sein lassen – auch mich. Ich darf frustriert und traurig sein – mein Leben steht Kopf, das muss sich erst neu ordnen. Und das ist gut so. Ich darf die Ordnung neu sein lassen. Kommen lassen, was kommen mag und mich dann in dieser neuen Ordnung finden. Ich darf zuversichtlich sein – schließlich funktioniert das in Millionen anderen Familen auch. Zugegeben, die Zuversicht ist noch klein und hat definitiv Potential zu wachsen – aber sie ist da und ich werde sie hegen wie ein kleines Pflänzchen.

Sein lassen – darf ich auch die Meinungen der anderen. Kaum hat man ein Baby, ist man Zielscheibe für alle möglichen Ratschläge und magnetischer Anziehungspunkt für Ratgeber und Vergleiche. Auch die dürfen sein – allerdings nicht Mittelpunkt. Egal, was in Büchern steht, was die Erfahrung der älteren Generation sagt und egal, was die Nachbarin denkt oder der Kollege anders macht – niemand lebt unser Leben und wir geben für uns unser Bestes, darauf kommt es an.

Auch wenn ich vor 2 Stunden nicht daran geglaubt hab – Theo schläft seit fast 2 Stunden und ich habe tatsächlich Zeit, dieses Motivationsschreiben für mich zu verfassen. Danke mein kleiner Spatz. Das gibt mir wieder mehr Kraft und Zuversicht für die nächsten Wunder-vollen Momente mit dir.

Ich wünsche euch eine ebenso Wunder-volle Zeit!

ps: die Buchstaben haben schlecht geschlafen, nicht ich 🙂

Mein 1. Mama-Monat

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2016-01-17 12.28.54

Am 19. Dezember 2015 um 12.47 Uhr hat sich unser Leben von Grund auf verändert. Nach 40 Wochen im Bauch – die wohl bequemste all-inklusive 1-Zimmer-Wohnung, die wir je bewohnt haben – hat sich der kleine Mensch entschlossen, draußen weiter zu leben. Ohne den rhythmischen Klang meiner Innerein – es war wohl doch zu eng, zwischen Leber und Blase.

Theo Felix* – so heißt das kleine Wunder, das seit  einem Monat meinen Herzschlag von außen hört. Der einzige Mensch, der mich tatsächlich in- und auswendig kennt.

3220 Gramm leicht/schwer, 48 Zentimeter groß/klein und mit jedem Quadratmillimenter Haut und Haar einfach das wundervollste Wesen, das wir je zu Gesicht bekommen haben. Nach 12 Stunden Wehen – die uns beiden ganz schön viel abverlangt haben – und zwei Quäck-Lauten hat der kleine Kerl Platz auf meiner Brust genommen und mir war klar, dass es kein schöneres Gefühl auf der Welt gibt. Nicht zu fassen, nicht zu erklären – man kann es nur genießen.

Viele Tränen und Schmerzen haben uns in den ersten Tagen begleitet. Für den kleinen Wurm ist es nicht leicht, sich plötzlich atmend und Nahrung suchend und findet und verdauend durch die soooo große Welt zu kämpfen. Für Mama und Papa nicht leicht, sich plötzlich – von 0 auf 1.000.000 – rund um die Uhr um ein Lebenwesen zu kümmern, das ohne sie verloren wäre. Von einer Sekunde auf die andere stellt man alle eigenen Bedürfnisse ganz nach hinten und lässt nichts unversucht, um dem Würmchen einen schönen Start zu schenken.

Vier Wochen voller Freude über jedes Augenzwinkern, das man beobachten kann – über jede zuckende und unkontrollierte Bewegung. Vier Wochen im Schatten der Augenringe, die sich entwickeln, wenn man einfach nie länger als max. 2 Stunden am Stück schlafen kann. Vier Wochen, in denen man gelernt hat, dass das Beistellbett deswegen so heißt, weil es nur daneben steht und man sich ab sofort das große Bett zu dritt teilt 🙂

Vier Wochen voller Zweifel und Hormonschwankungen, voller Herausforderungen und Tränen und Verzweiflung. Das Leben ist auch mit dem zuckersüßestem Baby kein Honigschlecken. Mamas Milchbar ist 0-24 Mo-So geöffnet, egal wie fettig die Haare sind oder wie fleckig das T-Shirt. Sorglos und ohne Spucktücher verlässt man nicht mal mehr einen Raum. An Shopping- oder Kaffee-Treffen ist noch gar nicht zu denken. Und ja, auch wenn man 24 Stunden am Tag ein Baby versrogt und damit genug zu tun hat, kann einem die Decke auf den Kopf fallen. Schokolade hilft. 🙂 Gegessen wir jetzt prinzipiell nur mehr mit einer Hand – in der zweiten liegt das Baby am Busen. 🙂 Danke an dieser Stelle dem großartigen Papa, der mir sogar Steaks in mundgerechte Stücke schneidet (ich liebe dich).

In den ersten vier Wochen hat Theo einige Gramm und Zentimeter zugelegt. Er beobachtet die Welt um ihn herum immer wacher und er kann seine Zufriedenheit und seinen Ärger schon ganz gut kommunizieren. So ist es gut und so darf es sein. Und so leben wir uns immer weiter ein in unser neues Leben – als Familie.

Wir wünschen euch eine Wunder-volle Zeit!

*Theo – ist die Abkürzung von Theodor und bedeutet Geschenk Gottes. Das ist er wirklich für uns, ein Geschenk des Himmels für das wir jeden Tag unsagbar dankbar sind. Felix – bedeutet der Glückliche, das wünschen wir ihm Zeit seines Lebens hier auf Erden, glücklich zu sein. Außerdem hat der Namenstag von Felix, am 14.1., für uns eine große persönliche Bedeuutng.